Berlin – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich bei seinem Besuch in Berlin für die Hilfe im Abwehrkampf bedankt. „Ich danke Deutschland für das größte militärische Hilfspaket seit Beginn der großangelegten russischen Invasion“, erklärte Selenskyj. „Auf Deutschland ist Verlass!“ Zuvor hatte Berlin weitere militärische Unterstützung im Wert von zusätzlichen 2,7 Milliarden Euro zugesagt. Unter anderem sollen 20 Marder-Schützenpanzer, 30 Leopard-1-Panzer und vier Flugabwehrsysteme Iris-T SLM von der deutschen Rüstungsindustrie bereitgestellt werden, so das Verteidigungsministerium.
Selenskyj bat auch um Unterstützung bei der Lieferung moderner Kampfjets. Die Ukraine arbeite in europäischen Hauptstädten daran, „eine Kampfjet-Koalition zu schaffen“, sagte Selenskyj bei einem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Kanzleramt. Russland habe ein Übergewicht im Luftraum. Dies wolle man ändern.
Scholz äußerte sich dazu zurückhaltend. Deutschland habe der Ukraine sehr viel geliefert. „Gerade was die Luftverteidigung betrifft, sind das sehr moderne Waffen mit dem Patriot-System, mit Iris-T, was wir zur Verfügung stellen, was auch sehr wirksam ist.“ Deutschland konzentriere sich auf die Unterstützung der Ukraine bei ihrem Verteidigungskampf. Nach den USA sei die Bundesrepublik zweitgrößter Unterstützer. „Wir werden das auch weiter bleiben.“
In Deutschland war Selenskyj zuletzt kurz vor Kriegsbeginn bei der Münchner Sicherheitskonferenz. In den ersten zehn Monaten nach der Invasion hatte er das Land gar nicht mehr verlassen. Am Nachmittag reiste der Präsident nach Aachen weiter, wo ihm und dem ukrainischen Volk für die Verteidigung europäischer Werte der Karlspreis verliehen wurde. Am Sonntagabend flog Selenskyj überraschend weiter nach Paris.