München – Erst bot Lidl Gouda, Edamer und Tilsiter günstiger an, dann zog Aldi mit Preissenkungen bei Butter und anderen Milchprodukten nach, nun konterte Lidl mit dauerhaften Rabatten bei Nudeln wie Spaghetti, Penne oder Fusili seiner Eigenmarke: Nachdem die Preise für Lebensmittel lange gestiegen sind, liefern sich die Discounter seit einigen Wochen wieder eine regelrechte Preisschlacht. Damit wollen sie Kunden in ihre Filialen locken und gegenüber der Konkurrenz in diesem hart umkämpften Markt Anteile gewinnen.
Für Verbraucher ist das einerseits natürlich eine gute Nachricht: Schnäppchen sind wieder möglich und der rasante Preisanstieg bei Nahrungsmitteln scheint zumindest in einigen Bereichen erst einmal beendet. „Lidl sieht momentan eine Entspannung auf vereinzelten Rohstoffmärkten und gibt diesen Effekt direkt an seine Kunden weiter“, hieß es vor Kurzem in einer Pressemitteilung des Konzerns. Ob das auf der anderen Seite aber generell wieder fallende Preise bei allen Lebensmitteln bedeutet, bezweifeln Experten. Denn viele Faktoren, die zuletzt für Höchstpreise gesorgt haben – etwa die hohen Energie- und Transportkosten, aber auch steigende Ausgaben für Personal – bestehen fort.
„Die großen Preisexplosionen sind nun zwar größtenteils vorbei, zu starken Preisrückgängen auf breiter Front wird es abgesehen von kurzzeitigen Angeboten und Aktionen jedoch nicht kommen“, sagt Kai Hudetz. Der Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung in Köln befürchtet stattdessen: „Die meisten Produkte werden wohl nicht mehr so günstig werden wie vor der Krise.“ höß