Zehn Euro Strafe für Klima-Kleber

von Redaktion

Pater erhält mildes Urteil – Richterin bekundet Sympathie

München – Wegen Beteiligung an einer Straßenblockade hat das Amtsgericht München den Nürnberger Jesuiten Jörg Alt (61) und zwei weitere Klima-Aktivisten verurteilt. Die Richterin sah den Tatbestand der Nötigung erfüllt, sprach aber eine ungewöhnlich milde Strafe aus. Da Pater Alt als Ordensmann über kein eigenes Einkommen verfügt, muss er nur eine Geldstrafe von zehn Tagessätzen à 1 Euro zahlen. Bei den beiden Mitangeklagten fiel die Summe etwas höher aus.

Auffällig ist die regional unterschiedliche Wertung solcher Fälle: Während Klima-Kleber in Heilbronn Haftstrafen wegen Wiederholungsgefahr kassierten und in Potsdam als kriminelle Vereinigung gewertet wurden, ließ die Münchner Richterin in ihrer Urteilsbegründung deutlich Sympathie für das Anliegen der angeklagten Aktivisten durchklingen. Diese seien „hochgebildet“ und nähmen sich zweifellos eines der drängendsten Probleme der Gegenwart an. Ihre Aktion werde der Klimabewegung helfen. Alt sagte, im Urteil sei „viel Brauchbares dabei“. Er und zwei Aktivisten hatten sich am 28. Oktober neben dem Justizpalast festgeklebt und eine Straße blockiert.

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