Berlin/München – Wegen des Bahnunglücks in Garmisch-Partenkirchen im Juni vergangenen Jahres rechnet die Deutsche Bahn mit mehr als 400 zusätzlichen Baustellen im Schienennetz. Der Konzern plant, rund 480 000 Betonschwellen auszutauschen – die Arbeiten würden sich auf Reisende und Güterverkehrskunden „erheblich auswirken“, hieß es. Besonders betroffen sei weiterhin die Region Südost und damit die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Wie viele Schwellen bereits getauscht sind, war zunächst nicht bekannt.
Noch sei die Unfallursache nicht abschließend geklärt, erklärte die Bahn. „Nach derzeitigem Kenntnisstand spricht vieles dafür, dass Betonschwellen zumindest auch unfallursächlich gewesen sein könnten.“ Das Unternehmen überprüft deshalb bereits seit Monaten Schwellen mit einem bestimmten Gesteinsgemisch und tauscht sie bei Bedarf aus. Diese Maßnahmen würden vorsorglich erfolgen.
Bei dem Unglück vor rund einem Jahr war ein Regionalzug entgleist. Vier Frauen sowie ein 13-Jähriger starben, 16 Menschen wurden schwer verletzt, etwa 50 leicht.