Scholz: Neue Kriegs-Dimension

von Redaktion

Staudamm in Ukraine gesprengt – Schwere Überschwemmungen

Kiew/Berlin – Nach der Zerstörung eines Staudamms in dem von russischen Truppen besetzten Teil der Ukraine hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) Russland vorgeworfen, immer stärker zivile Ziele zu attackieren. „Das ist ja auch etwas, das sich einreiht in viele, viele der Verbrechen, die wir in der Ukraine gesehen haben, die von russischen Soldaten ausgegangen sind“, sagte der Kanzler. „Deshalb ist das etwas, das eine neue Dimension hat, aber zu der Art und Weise passt, wie Putin diesen Krieg führt.“

In der Nacht zum Dienstag waren sowohl der Kachowka-Staudamm im Süden der Ukraine als auch das dortige Wasserkraftwerk durch eine Explosion zerstört worden. Die Anlagen halten russische Soldaten seit vergangenem Jahr besetzt. Die Gegend ist nun überschwemmt. Nach ukrainischen Angaben sind in der „kritischen Zone“ rund um die Anlage rund 16 000 Menschen zu Hause.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verglich die Sprengung mit dem Einsatz einer Massenvernichtungswaffe. „Das ist die größte menschengemachte Umweltkatastrophe in Europa seit Jahrzehnten“, sagte er. Selenskyj wies die vom Kreml verbreitete Behauptung zurück, die Ukraine habe den Damm selbst zerstört und damit eine verheerende Flutwelle verursacht. „Russland kontrolliert den Kachowka-Damm mit dem Wasserkraftwerk seit über einem Jahr“, sagte er. Es sei zugleich „physisch unmöglich, ihn von außen durch Beschuss zu zerstören“. Auch dazu befragte Experten gingen am Dienstag weit überwiegend davon aus, dass Russland für die Sprengung verantwortlich ist.

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