Mit Kindern im Auto: Rauchverbot

von Redaktion

Krebsforschung sieht größere Gefahr – FDP und Union skeptisch

Berlin – Rauchen im Auto soll nach dem Willen des Bundesgesundheitsministeriums von Karl Lauterbach (SPD) nicht mehr erlaubt sein, wenn Kinder oder Schwangere mitfahren. Dieses bereits seit Längerem von den Bundesländern geforderte Verbot ist in einem Referentenentwurf zur Ergänzung des Bundesnichtraucherschutzgesetzes vorgesehen. Der Entwurf muss noch mit anderen Ressorts abgestimmt werden, bevor er dem Kabinett vorgelegt wird.

Demnach soll das Rauchverbot, das zum Beispiel bereits im öffentlichen Nahverkehr gilt, künftig auch „in geschlossenen Fahrzeugen in Anwesenheit von Minderjährigen oder Schwangeren“ umgesetzt werden. Mehrere Bundesländer hatten schon seit Jahren Initiativen gestartet, um diese Erweiterung durchzusetzen, und bei einem Verstoß Bußgelder in Höhe von bis zu 3000 Euro ins Spiel gebracht. Zuletzt entschied der Bundesrat im März 2022, einen entsprechenden Gesetzentwurf in den Bundestag einzubringen.

Die niedersächsische Landesregierung hatte dies mit Verweis auf das Deutsche Krebsforschungszentrum damit begründet, dass die Konzentration von Tabak in Autos fünfmal so hoch sein könne „wie in einer durchschnittlichen verrauchten Gaststätte“. Bei Säuglingen steige die Gefahr des plötzlichen Kindstodes. Lauterbach erklärte, das Verbot hätte schon früher eingeführt werden müssen.

Der FDP-Gesundheitspolitiker Lars Lindemann äußerte sich kritisch. Er hält „Ansätze zur Unterstützung und Förderung der Rauchentwöhnung für einen besseren Weg“. Auch die CSU setzt lieber auf Aufklärung statt ein Verbot.

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