Fuest warnt vor Vier-Tage-Woche

von Redaktion

Ifo-Chef fürchtet Folgen für Rentner und Gesundheitssystem

München – Dämpfer für Vier-Tage-Träume: Clemens Fuest, Präsident des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, warnt vor der Vier-Tage-Woche als Standard. „Wenn wir uns heute dafür entscheiden, mehr Freizeit zu konsumieren, dann müssen auch andere verzichten, und zwar diejenigen, die vom Sozialstaat abhängen, also zum Beispiel die Rentner“, sagte er unserer Zeitung.

„Wenn weniger gearbeitet wird, gibt es für den Staat auch weniger Steuern und Sozialabgaben. Das betrifft nicht nur die Rentner, sondern auch die Kranken, denn auch im Gesundheitswesen müsste man die Leistungen einschränken“, sagte der Ifo-Präsident. „Ich bezweifle, dass das akzeptiert wird.“ Er plädierte dafür, die Steuer- und Transfersysteme so umzugestalten, „dass Vollzeitarbeit für viele wieder interessanter wird“.

Die wirtschaftliche Lage hält der Ifo-Chef für ernst, Deutschland stehe ein Rezessionsjahr bevor. Fuest betont aber: „Stagnation oder gar wirtschaftlicher Abschwung sind kein Schicksal. Wir werden darüber selbst entscheiden. Deutschland hat das Potenzial, wir müssen uns nur bewegen.“ com

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