München – Eine schockierende Gewalttat hat sich im Münchner Westend ereignet: Mehrere Jugendliche, hauptsächlich Mädchen, sind am Freitag auf eine Mitschülerin losgegangen. Die Zwölfjährige wurde erniedrigt und geschlagen. Der Vorfall sei „sehr brutal“, heißt es vom Referat für Bildung und Sport.
Kriminalität bei Jugendlichen hat angesichts steigender Zahlen stadtweit an Brisanz gewonnen. Wie aus dem Sicherheitsbericht der Münchner Polizei hervorgeht, ist der Anteil tatverdächtiger Kinder um knapp 28 Prozent angewachsen. Bei den tatverdächtigen Jugendlichen zwischen 14 und 18 ist ebenfalls ein Anstieg zu beobachten – um 8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Der Münchner Polizeipräsident hat das Thema zur Chefsache gemacht: Im Juli ist eine dreiwöchige Schwerpunktaktion der Polizei in der Messestadt Riem und in Neuperlach zu Ende gegangen. Die Bilanz: Bei 548 überprüften Personen zwischen 16 und 47 Jahren, darunter viele Minderjährige, hatten 33 Drogen und zwei Personen illegale Einhandmesser dabei.
Auch in anderen Stadtteilen sind Bürger in Sorge. Vielerorts kristallisieren sich Brennpunkte heraus, an denen sich verstärkt Jugendliche aufhalten, um Randale zu machen und Unbeteiligte zu bedrohen.
Im Westend und in Sendling treiben die Vorkommnisse auf dem Bahndeckel auf der Theresienhöhe, wo es gehäuft zu Straftaten kommt, die Anrainer um. Immer wieder gibt es Klagen von Bürgern über mangelnde Sicherheit. Stadtteilpolitiker Holger Henkel (SPD) spricht nicht nur von Einzelfällen, „sondern einer Struktur“. Im Westend wollen die Lokalpolitiker jetzt einen runden Tisch etablieren. dap