München – Wegen der hohen Inflation, der gestiegenen Zinsen, der schwachen Konjunktur und der Krise im Wohnungsbau brechen Bayerns Handwerksbetrieben die Aufträge weg: Ein Drittel der Firmen im Freistaat meldete weniger Aufträge als im Vorjahr. Vor allem die Bauwirtschaft leidet unter schwacher Nachfrage: Im Bauhauptgewerbe sank der durchschnittliche Auftragsbestand von 16 auf zwölf Wochen, im gesamten bayerischen Handwerk von 11,2 auf 9,7 Wochen. „Der heftige Auftragseinbruch im Wohnungsbau bereitet uns große Sorgen“, sagte Bayerns Handwerkspräsident Franz Xaver Peteranderl am Freitag.
Die Zahl der Handwerksbetriebe ist bayernweit um 0,5 Prozent gesunken. Mit einem Minus von drei Prozent besonders betroffen: die Stadt München, wo seit Jahren Firmen ins Umland fliehen. So gab es Ende 2012 noch 23 000 Handwerksbetriebe in der Landeshauptstadt, heute sind es nicht einmal mehr 19 000. Der Grund: Laut Handwerkspräsident Peteranderl hohe Immobilienpreise, wenig Gewerbeflächen und Parkplätze sowie Anwohnerbeschwerden über die Betriebe in der Stadt. höß