Jugendarrest soll härter werden

von Redaktion

Bayern: Junge Intensivtäter frühzeitig stoppen – Hohe Fallzahlen

München – Weil es immer mehr Fälle von Jugendgewalt gibt, fordert Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) längere Jugendarrest-Zeiten. Bislang kann ein solcher Arrest für höchstens vier Wochen verhängt werden. „Das ist aus unserer Sicht zu kurz“, sagte Eisenreich am Freitag in München und sprach sich als Höchstmaß für eine dreimal so lange Zeit, also drei Monate, aus. Bayern werde diesen Vorschlag in die Justizministerkonferenz einbringen.

„Insbesondere jugendliche Intensivtäter müssen frühzeitig gestoppt werden“, betonte Eisenreich bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit der Staatsanwaltschaft München I über Jugendkriminalität in der bayerischen Landeshauptstadt.

Laut Sicherheitsbericht des Polizeipräsidiums München ist die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren im vergangenen Jahr um 6,1 Prozent auf 8533 gestiegen. Stark gestiegen sei zudem die Intensität der jugendlichen Gewalttaten, sagte Oberstaatsanwalt Franz Gierschik. „Mittlerweile gehen die mit Macheten aufeinander los.“ Der Unterschied zu früheren Zeiten sei, „dass unsere Jugendlichen halt schlicht und einfach bewaffnet sind“. Das führe im schlimmsten Fall sogar zu Tötungsdelikten bei jüngeren Menschen in München.

Vor allem Raubdelikte gebe es derzeit häufig – teils filmen die Täter die Überfälle auch. Woran es liegt, dass Jugendliche zu schwerer Gewalt bereit sind, darüber rätseln die Ermittler. Ungesunde Gruppendynamiken und Gewaltdarstellungen in (Sozialen) Medien gelten als Triebfedern. Aktuell 81 Jugendliche werden von der Münchner Polizei als Intensivtäter geführt. thi/dpa

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