Neurentnern bleibt mehr Geld

von Redaktion

Volle Besteuerung erst ab 2058 – Es geht um mehrere tausend Euro

München – Die Steuerlast für künftige Rentner sinkt. Statt wie bisher geplant bis zum Jahr 2040 sollen Renten erst ab 2058 zu 100 Prozent der Steuer unterliegen – oft geht es um mehrere tausend Euro, die Neurentner mehr in der Tasche behalten.

Die Regelung ist Teil des Wachstumschancengesetzes der Ampel-Regierung, das rückwirkend zum 1. Januar 2023 in Kraft treten soll – wenngleich ein unscheinbarer Teil. Denn beim Wachstumschancengesetz geht es schwerpunktmäßig um Erleichterungen für Unternehmen. Hintergrund sind zwei Urteile des Bundesfinanzhofes aus dem Jahr 2021, in denen eine Doppelbesteuerung von Renten festgestellt wird, die der Gesetzgeber bereinigen muss.

Für Neurentner steigt der Besteuerungsanteil heuer erstmals nur noch um 0,5 statt um ein Prozent. Das heißt: 17,5 Prozent der Rente bleiben 2023 steuerfrei. Durch den abgebremsten Anstieg verschiebt sich die volle Steuerpflicht auf das Jahr 2058.

In einer neuen Studie rechnet der Steuerexperte und Finanzmathematiker Werner Siepe die Auswirkungen vor: Bei Menschen, die in ihrem Berufsleben 45 Jahre lang durchschnittlich verdient haben (das sind heuer 43 100 Euro), bleiben über eine durchschnittliche Rentenbezugszeit von 17 Jahren 43 000 Euro zusätzlich steuerfrei. Wer an der Beitragsbemessungsgrenze verdient, für den geht es sogar um 72 000 Euro.

Der Steuerexperte Siepe geht davon aus, dass mit der Neuregelung das Problem der Doppelbesteuerung noch nicht vollständig vom Tisch ist, unter anderem, weil Bestandsrentner noch nicht berücksichtigt sind.  wdp

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