Berlin – Die Verluste von SPD und FDP bei der Teilwiederholung der Bundestagswahl in Berlin sorgen für parteiinterne Kritik. Berlins SPD-Landeschefin Franziska Giffey forderte mehr Profil der Sozialdemokraten in der Ampel-Koalition. Die SPD habe in der Bundesregierung eine Vermittlerrolle eingenommen, jetzt müsse sie stärker für ihre sozialdemokratische Position stehen. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung müsste „wieder stärker aufgegriffen werden“, sagte Giffey.
Auch FDP-Vize Wolfgang Kubicki sieht Nachholbedarf nach dem „bitteren Ergebnis“ seiner Partei. „Für die FDP muss klar sein, dass nur eine mutigere und fortschrittlichere Wirtschafts-, Energie- und Migrationspolitik zum Erfolg führen wird“, erklärte er.
CDU-Landeschef Kai Wegner, Berlins Regierender Bürgermeister, wertete die Teilwahl noch eindeutiger. „Die Menschen wollen, dass sich etwas ändert“, sagte er mit Blick auf die Ampel. „Das Beste für unser Land wäre, wenn sie möglichst schnell aufhören würden.“ Der Politikwissenschaftler Thorsten Faas erwartet nun Korrekturen in der Arbeit der Koalition.