Tirana – Albaniens Parlament hat das umstrittene Migrationsabkommen mit Italien ratifiziert. Damit ist der Weg dafür frei, dass das EU-Land Italien in Albanien Flüchtlingslager einrichtet. Nach den Plänen sollen Menschen, die von den italienischen Behörden auf hoher See an Bord genommen wurden, nach Albanien gebracht werden. In den von Italien betriebenen Zentren in dem Nicht-EU-Land werden ihre Asylanträge geprüft und, wenn nötig, schnelle Rückführungen ermöglicht. Der Plan wird von Menschenrechtlern kritisiert.
Zuvor hatten beide Parlamentskammern Italiens das Abkommen gebilligt. Die dazugehörige Absichtserklärung hatten Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und ihr sozialistischer albanischer Amtskollegen Edi Rama im November unterzeichnet. Rama betonte, es gehe darum, mit der EU „eine Last zu teilen“, deren Tragweite „über die traditionellen (parteipolitischen) Spaltungen von Links und Rechts hinausgeht“. Albanien ist seit 2014 Beitrittskandidat.
Zur ersten Aufnahme von Migranten soll ein von Stacheldraht umzäuntes Zentrum in der Hafenstadt Shengjin an der Adria dienen.