Stockholm – Verteidigungsminister Boris Pistorius informiert sich in Schweden über das Wehrdienstmodell des Landes. Der SPD-Politiker reiste dazu am Dienstag nach Stockholm, um Gespräche mit seinem Amtskollegen Pal Jonson zu führen. Pistorius lässt angesichts des Personalmangels bei der Bundeswehr Modelle einer Dienstpflicht prüfen. Darunter ist das in Schweden praktizierte Modell, wo alle jungen Frauen und Männer gemustert werden und ein ausgewählter Teil Angebote für einen Dienst erhält. Es handelt sich um eine Art der Musterungspflicht.
Wie der „Spiegel“ berichtet, will Pistorius noch in dieser Legislaturperiode eine „Richtungsentscheidung zur Wehrpflicht“ treffen. Er habe sein Haus angewiesen, bis zum 1. April „Optionen für ein deutsches Wehrdienstmodell vorzulegen“, so das Magazin. Dieses Modell solle „bedrohungsangepasst auch kurzfristig skalierbar einen Beitrag zur gesamtstaatlichen Resilienz“ liefern. Pistorius wollte diesen Bericht aber nicht bestätigen.
Die Wehrpflicht war in Deutschland 2011 nach 55 Jahren unter dem damaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ausgesetzt worden, was in der Praxis einer Abschaffung gleichkam. Derweil ist die Personaloffensive der Bundeswehr nicht vorangekommen.