München – Politiker von SPD und FDP haben die Lokführer-Gewerkschaft GDL zum Einlenken aufgefordert. Anlass ist ein „Denkfehler“, den GDL-Chef Claus Weselsky bei der Beurteilung eines Vermittlungsvorschlags im Tarifstreit mit der Bahn eingeräumt hatte. Zwei Moderatoren, der frühere Bundesinnenminister Thomas de Maizière und SchleswVig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (beide CDU), hatten eine Absenkung der Wochenarbeitszeit in zwei Schritten auf 36 Stunden bis 2028 bei vollem Lohnausgleich vorgeschlagen. Die DB hätte zugestimmt. Die GDL hatte es so dargestellt, als ob der Kompromiss eine Absenkung auf 37 Stunden vorsehe.
Trotz der geänderten Lage hält die GDL an dem Streik heute und morgen (bis 13 Uhr) fest. S-Bahnen in München fahren nur im Stunden-Takt, Regional- und Fernzüge der DB nur sehr eingeschränkt. Go-Ahead und BRB fahren. SPD-Fraktionsvize Detlef Müller appellierte an Weselsky, sich das Angebot noch mal genau anzusehen. „Wenn er das Angebot der Moderatoren nicht versteht, ist das ziemlich bitter“, sagte er dem „Tagesspiegel“. erkehrsminister Volker Wissing (FDP) sagte, es entstehe „der Eindruck, dass Gründe zum Streiken gesucht werden anstatt Lösungen im Tarifkonflikt“.
Auch die Flughäfen sind ab heute bis Samstag (7.10 Uhr) weitgehend lahmgelegt. Verdi hat das Bodenpersonal der Lufthansa zum Warnstreik aufgerufen. In München können knapp 40 Prozent der geplanten 1600 Flüge stattfinden. In Frankfurt streikt das Sicherheitspersonal, der Flughafen ist für abfliegende Passagiere geschlossen. Gestern stimmten zudem die Lufthansa-Flugbegleiter für einen Streik.