Gütersloh – In Entwicklungs- und Schwellenländern sind Demokratien einer Untersuchung zufolge inzwischen klar in der Minderheit: Noch 63 Demokratien mit einer Bevölkerung von insgesamt rund drei Milliarden Menschen stehen 74 Autokratien mit etwa vier Milliarden Menschen gegenüber, wie aus einer Analyse der Bertelsmann Stiftung hervorgeht.
„Weltweit verliert die Demokratie weiter an Boden“, heißt es in dem „Transformationsindex 2024“. Gestern wollte die Stiftung mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und mehreren Experten in Berlin über den schweren Stand der Demokratien diskutieren. Die ausgewerteten Ländergutachten und Daten belegen demnach, dass besonders politische Beteiligungsrechte – freie Wahlen, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit oder auch Meinungs- und Pressefreiheit – in immer mehr Staaten eingeschränkt werden. „Auch die Gewaltenteilung wird zunehmend ausgehebelt und der Raum für zivilgesellschaftliche Mitwirkung schrumpft.“
In den autokratischen Ländern lasse eine autoritäre Führung politische Beteiligung nur sehr begrenzt oder gar nicht zu. Unter den 74 Autokratien werden 49 Staaten als „Hardliner-Autokratien“ eingestuft, zu denen auch das gegen die Ukraine einen Angriffskrieg führende Russland gehört.