Berlin – Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat seine Partei aufgefordert, sich wieder stärker an der Politik der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel zu orientieren. „Viele, die unter Merkel CDU gewählt haben, erreichen wir im Moment nicht – aber sie sind nicht unerreichbar“, sagte Günther den Funke-Zeitungen vor dem heute startenden CDU-Parteitag.
„Es gibt zum Beispiel viele unzufriedene Grünen-Wähler, die durchaus wechselbereit wären. Wir sollten sämtliche Wählerinnen und Wähler, die wir unter Angela Merkel angesprochen haben, an uns binden. Angela Merkels Kurs der Mitte war ihr Erfolgsrezept“, erklärte Günther.
Merkel fehle der Politik. Er habe an ihr immer bewundert, wie sie Probleme gelöst habe. „Sie ist als Naturwissenschaftlerin die Dinge immer sehr strukturiert angegangen, sie weiß, wie man Lösungsschritte plant. Mit dem Blick auf die aktuelle Bundesregierung könnten wir wieder mehr davon gebrauchen.“ Die Union steht bundesweit derzeit bei etwa 30 Prozent. Die Ampel habe einen miserablen Ruf, so Günther. Da müsste die Union „eigentlich besser dastehen“.