Berlin – Nach Cyberangriffen auf die SPD und deutsche Unternehmen hat die Bundesregierung den Botschafter in Moskau, Alexander Graf Lambsdorff, für eine Woche zu Konsultationen nach Berlin zurückgerufen. Das teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes mit, sprach aber von einem „üblichen Verfahren“. „Dieses Ereignis nimmt die Bundesregierung sehr ernst als Verhalten gegen unsere freiheitliche Demokratie und auch Institutionen, die sie tragen.“ Zuvor waren Cyber-Angriffe auf die SPD und deutsche Firmen öffentlich gemacht worden. Die Regierung machte dafür eine Einheit des russischen Militärgeheimdienstes verantwortlich.
Generell verschärft sich der Ton zwischen Moskau und dem Westen wieder. Präsident Wladimir Putin kündigte ein Manöver seiner taktischen Nuklearstreitkräfte nahe der ukrainischen Grenze an. „Während der Übung wird eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Vorbereitung und den Einsatz von nicht-strategischen Atomwaffen zu üben“, erklärte das Verteidigungsministerium. Zugleich drohte Russland mit Angriffen auf britische Militärziele innerhalb und außerhalb der Ukraine, falls Kiew von Großbritannien gelieferte Raketen für Angriffe nutze.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin sagte, dies sei keine veränderte Lage. Russische Vertreter versuchen seit Kriegsbeginn immer wieder, im Westen Angst vor einem Atomkrieg zu schüren und so die Unterstützung für die Ukraine zu schwächen.
Für heute wird die fünfte Amtseinführung von Putin erwartet. Am Donnerstag ist eine große Militärparade samt einer Rede geplant.