Brustkreuz-Dieb verurteilt

von Redaktion

53-Jähriger aus Tschechien muss zweieinhalb Jahre in Haft

Traunstein – Im Juni 2023 hatte der Diebstahl eines wertvollen Brustkreuzes des verstorbenen Papstes Benedikt XVI. aus der Traunsteiner Stadtkirche St. Oswald bundesweit für Aufsehen gesorgt. Gestern wurde der Täter vor dem Schöffengericht Traunstein wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt.

Der emeritierte Papst hatte das Brustkreuz zu seinen Lebzeiten seiner Traunsteiner Heimatpfarrei überlassen. Diese stellte das kostbare Pektorale in einer Mauernische hinter Plexiglas in dem Traunsteiner Gotteshaus aus. Der reine Materialwert des Brustkreuzes wurde von Experten als überschaubar eingeschätzt. Der ideelle Wert jedoch sei riesig.

Fingerabdrücke und Genspuren brachten die Ermittler auf die Spur eines 53-jährigen Mannes aus Tschechien mit zahlreichen einschlägigen Vorstrafen. Der Mann konnte im August vergangenen Jahres in Tschechien festgenommen werden. Dem Täter war offenbar nicht bewusst, was er da in Traunstein als Diebesgut in den Händen hielt. Vor Gericht gab er an, das Kreuz an einen Bekannten weitergegeben zu haben.

Versuche, diesen zu kontaktieren, scheiterten bisher. Ob das Kreuz jemals wieder nach Traunstein zurückkehren wird, ist daher unklar. Die Richterin äußerte gestern im Prozess „gewisse Zweifel“, ob das kostbare Pektorale jemals wieder auftauchen wird.

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