Berlin – Ein großer Teil der Unternehmen in Deutschland klagt nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) über kurzzeitige Stromausfälle. Das zeigt eine stichprobenartige Umfrage unter 1000 Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Regionen, die unserer Zeitung vorliegt. Demnach berichten 42 Prozent der Befragten, dass es bei Ihnen im Jahr 2023 kurze Stromausfälle unter drei Minuten gab, in der Industrie war das sogar bei der Hälfte der befragten Firmen der Fall. Bei 28 Prozent der Unternehmen dauerten die Ausfälle sogar länger als drei Minuten an. Das könne wegen Produktionsausfällen, Maschinenschäden oder Datenverlust zu finanziellen Schäden führen, so die DIHK.
Die genaue Ursache für die Stromausfälle ist laut Befragung meist ungeklärt. Stromausfälle unter drei Minuten würden von der Bundesnetzagentur nicht erfasst, hieß es. So erfahren zwei Drittel der Unternehmen den Grund nicht. Die Umfrage gibt auch keine direkte Auskunft darüber, ob die Stromausfälle ein neues Phänomen sind oder im Jahr 2023 besonders oft auftraten – es ist die erste ihrer Art. Ein Sprecher gab jedoch an, dass die DIHK mit der Befragung auf gehäufte Beschwerden aus der Industrie reagierte.
Um die Versorgungssicherheit der Wirtschaft mit Strom zu gewährleisten, will die DIHK mehr Investitionen in die Übertragungs- und Verteilernetze. Zudem sollten auch intelligente Stromnetze „schneller umgesetzt werden, als es zurzeit geschieht“. Kurzfristig fordert die DIHK ein Auskunftsrecht über die Ursachen der Ausfälle, neue Entschädigungsregeln für Betroffene und mehr Stichproben.