Brüssel/München – Die EU-Kommission droht mit hohen vorläufigen Strafzöllen auf E-Autos aus China. Das teilte die Behörde am Mittwoch mit. Ob die Zölle von bis zu 38,1 Prozent tatsächlich gezahlt müssen, hängt den Angaben zufolge davon ab, ob mit China eine andere Lösung gefunden werden kann. Sie würden dann in bestimmten Fällen rückwirkend vom 4. Juli an einbehalten werden, sollte sich die EU darauf verständigen, langfristig höhere Zölle zu erheben. Kritik kam aus China und von deutschen Autobauern. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) warnte vor einem „Zollwettlauf“. Auch viele Wirtschaftsvertreter befürchten, dass sich gegenseitige Strafzölle zu einem Handelskrieg ausweiten könnten.
China ist der größte Automarkt der Welt und deshalb für die deutschen Autobauer extrem wichtig – Gegenmaßnahmen würden deutsche Autobauer treffen. BMW-Vorstandschef Oliver Zipse erklärte: „Das ist der falsche Weg. Die EU-Kommission schadet damit europäischen Unternehmen und europäischen Interessen.“ Protektionismus könne eine Spirale in Gang setzen, Zölle führten zu neuen Zöllen und Abschottung. „Aus Sicht der BMW Group tragen protektionistische Maßnahmen wie die Einführung von Importzöllen nicht dazu bei, im Wettbewerb auf internationalen Märkten zu bestehen.“ BMW baut in China den elektrischen SUV BMW iX3 und den elektrischen Mini Cooper auch für den europäischen Markt. Diese Fahrzeuge wären wohl von den EU-Zöllen betroffen. Umgekehrt exportiert BMW aus Dingolfing die Modelle 4, 6, 7, i7 und 8 nach China.