München – Für die unter Milliardenschulden leidende Baywa ist rasche Hilfe in Sicht. Die Beteiligungsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken als größter Aktionär will das Traditionsunternehmen stützen. Das Papier, das zwischenzeitlich nur noch bei 9,45 Euro notierte, erholte sich am Abend deutlich und schloss bei 13,30 Euro, im Vergleich zum Vortag ein Plus von 28 Prozent.
Das hoch verschuldete Unternehmen leidet unter dem Entzug des Vertrauens von Geldgebern und steckt in einer Liquiditätsklemme. „Wir werden uns solidarisch zeigen, wir werden diesen Weg auch konstruktiv miteinander gehen“, hatte Gregor Scheller, scheidender Vorsitzender des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB), in München gesagt. Dem Vernehmen nach soll der Hilfsplan in Kürze bekannt gegeben werden. Scheller nannte weder das finanzielle Volumen noch sonstige Einzelheiten. Am Abend verschob das Unternehmen die Bekanntgabe der Zahlen des ersten Halbjahres auf Ende September. Die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2024 wurde zurückgezogen.
Gleichzeitig wurde bekannt, dass ein Investor Interesse an einer wichtigen Baywa-Tochter hat: Laut „Wirtschaftswoche“ will die Schweizer Investmentgesellschaft Energy Infrastructure Partners (CIP) 20 bis 30 Prozent der Erneuerbaren-Sparte Baywa re. übernehmen. CIP hatte 2021 bereits 49 Prozent von Baywa re. eingekauft. Damals flossen 530 Millionen Euro für die Minderheitsbeteiligung. Mit der Übernahme der Mehrheit könnte erneut ein dreistelliger Millionenbetrag fließen und die Schuldenlast von 5,6 Milliarden Euro senken. Dem Bericht zufolge hatte es schon Gespräche gegeben. Diese seien aber auf Eis gelegt worden, als am 12. Juli die Schwierigkeiten der Baywa bekannt wurden. geo/mas