Allianz rügt Hochwasser-Strategie

von Redaktion

Vorstand: Bei Schadenvorbeugung von Niederlanden lernen

München – Die Allianz prangert nach dem Juni-Hochwasser Mängel im deutschen und bayerischen Hochwasserschutz an. Vorstandschef Oliver Bäte zog einen negativen Vergleich zu den Niederlanden: „Am wichtigsten, auch in Bayern, ist es, dass wir besser bei der Schadenvorbeugung werden“, sagte Bäte bei der Vorlage der Halbjahreszahlen des größten deutschen Versicherers. „Sie können sich fragen, warum wir in Deutschland fortgesetzt diese hohen Schäden haben.“ Andere Länder wie die Niederlande, „die seit Jahrhunderten unter dem Meeresspiegel leben“, seien besser in der Vorbeugung.

Bätes Kritik bezieht sich unter anderem darauf, dass etliche Kommunen entlang der Donau in den vergangenen Jahrzehnten Baugebiete in Überschwemmungsgebieten ausgewiesen haben. Abgesehen davon hat die bayerische Staatsregierung von sieben seit über zwanzig Jahren geplanten großen Flutpoldern erst zwei fertiggestellt. Bayern und die 15 anderen Bundesländer fordern wiederum die Einführung einer Pflichtversicherung gegen Hochwasser, die wegen der befürchteten hohen Kosten von vielen Unternehmen abgelehnt wird.

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