München/Wolfsburg – Volkswagen hat den seit 1994 geltenden Beschäftigungspakt aufgekündigt. Das entsprechende Kündigungsschreiben sei der Gewerkschaft zugestellt worden, teilte Europas größter Autobauer mit. Der Vertrag laufe damit Ende des Jahres aus. Sechs Monate später sind dann betriebsbedingte Kündigungen möglich, also ab Juli 2025.
Neben dem Vertrag zur Beschäftigungssicherung, der solche Kündigungen bisher ausschloss, seien auch mehrere andere Vereinbarungen gekündigt worden, darunter die Übernahmegarantie für Auszubildende und die Regelungen für Leiharbeit. Konzernkreisen zufolge hatte zuvor der Konzernvorstand beraten und die Kündigung der Verträge beschlossen.
VW hat einen rigiden Sparkurs eingeschlagen. Volkswagen hatte vor gut einer Woche angekündigt, die seit 30 Jahren geltende Job-Garantie aufzukündigen und auch Werksschließungen nicht länger auszuschließen.
Die eigentlich erst ab Oktober geplanten Tarifverhandlungen zum VW-Entgelttarif sollen vorgezogen werden. Das hatte die IG Metall zuvor angeboten. Dabei soll über Nachfolgeregelungen für die gekündigten Verträge verhandelt werden. Der Betriebsrat kündigt Widerstand an.
Auch bei BMW gab es gestern Turbulenzen. An der Börse verlor das Unternehmen zwischenzeitlich rund zehn Prozent und damit gut 4,5 Milliarden Euro an Wert. Der Konzern hatte zuvor eine Auslieferungssperre für 1,5 Millionen Autos angekündigt. Es gebe Probleme mit dem zugelieferten Bremssystem.