Kein Geld für Integrationskurse

von Redaktion

Nur 500 Millionen im Bundeshaushalt: VHS-Verband schlägt Alarm

München/Berlin – Kommendes Jahr wird es in Deutschland deutlich weniger Integrations- und Berufssprachkurse für Geflüchtete geben. Die Bundesregierung hat in ihrem vorläufigen Haushalt 500 Millionen Euro dafür eingeplant. Das reiche gerade, um die laufenden Kurse fortzusetzen, sagt Regine Sgodda, Vorstand im Bayerischen Volkshochschulverband. Neue Kurse könnten damit nicht starten. „Rund 300 000 Migranten werden keine Möglichkeit haben, die notwendigen Sprachkenntnisse für das Berufs- und Alltagsleben in Deutschland zu erwerben.“ Dadurch werde nicht nur die Integration erschwert. „Die Wirtschaft und die Kommunen werden zur ohnehin sehr angespannten Lage zusätzlich belastet“, warnt Sgodda.

364 000 Menschen haben in diesem Jahr Integrationskurse an einer deutschen Volkshochschule besucht. Die Zahl wird im kommenden Jahr ähnlich hoch sein. Wenn der Bedarf steige, wird die Summe im Haushalt im Laufe des Jahres für gewöhnlich nach oben korrigiert, erklärt Sgodda. Dass die Volkshochschulen immer erst in Vorleistung gehen müssen, stelle die Träger immer vor Probleme. Nicht alle seien bereit, das Risiko zu tragen. Für 2025 sei die Situation aber noch unsicherer, sagt Sgodda. Denn es ist völlig unklar, wer die neue Bundesregierung stellt und wann die Volkshochschulen bei ihr mit diesem Problem Gehör finden werden. „Wir müssen die Kurse jetzt planen. Dozenten suchen sich sonst andere Arbeitgeber, Mietverträge für die Räume laufen aus.“ Sie geht davon aus, die vorläufige Haushaltplanung zu langen Wartelisten für Teilnehmer führen wird. Die Volkshochschulen stemmen in Deutschland rund 45 Prozent aller Integrationskurse.
KWO

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