München – Die Gewerkschaft Verdi will nach Informationen unserer Zeitung am kommenden Montag alle Flughäfen bundesweit lahmlegen. Geplant ist ein 24-stündiger Streik, der offizielle Aufruf soll am heutigen Freitag erfolgen. Betroffen seien alle Bereiche, unter anderem Technik, Feuerwehr, Gepäckabfertigung, Fracht, Enteiser, IT, Sicherheitskontrollen. Daher gehe man davon aus, dass die Auswirkungen auf die Flugpläne der Airlines gravierend werden.
Hintergrund ist der Tarifstreit des öffentlichen Diensts von Bund und Kommunen. Vor der nächsten Verhandlungsrunde Mitte März erhöht die Gewerkschaft den Druck. Verdi fordert acht Prozent mehr Geld, mindestens aber 350 Euro mehr pro Monat sowie höhere Zuschläge für besonders belastende Tätigkeiten. Außerdem verlangt die Gewerkschaft drei zusätzliche freie Tage. Bereits vor einer Woche hatte ein zweitägiger Warnstreik auch den Flughafen München massiv getroffen. Fast 1500 Flüge waren ausgefallen. Auch in Hamburg gab es Warnstreiks, dort wurde der Flugverkehr aber mit Ausnahme der Verbindung nach München aufrechterhalten.
Der Bundesvorstand von Verdi äußerte sich am Donnerstag auf Anfrage nicht. Auch das Verdi-Büro am Flughafen München war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Wie mehrere Verdi-Verantwortliche berichten, gibt es aber bereits konkrete Planungen für den Streiktag in München, etwa den Treffpunkt für die Kundgebung am Flughafen. In einem inoffizellen Aufruf, der unserer Zeitung vorliegt, heißt es, es mache „einen Riesen-Unterschied, ob 300 oder 600 Kolleg*innen auf der Kundgebung sind“.
CAZ