Korruptionsverdacht: Polizei durchsucht KVR

von Redaktion

München – Die Polizei hat gestern eine Razzia im Münchner Kreisverwaltungsreferat durchgeführt. Mehrere Beamte durchsuchten am frühen Morgen die Diensträume an der Ruppertstraße. Es soll unter anderem um Korruption gehen – in der Ausländerbehörde.

Eine Sprecherin der Behörde bestätigte zwar den Einsatz, Details wollte sie allerdings nicht nennen. Nach Informationen unserer Zeitung sollen vier Mitarbeiter der Ausländerbehörde und eine Mitarbeiterin aus dem Bürgerbüro betroffen sein. Es sei jeweils eine Durchsuchung erfolgt, heißt es weiter. Die Vorwürfe sind gravierend: Sie reichen vom Verdacht der Vorteilsnahme bis hin zur widerrechtlichen Ausstellung von aufenthaltsrechtlichen Bescheinigungen. Das könnte darauf hindeuten, dass Mitarbeiter Geld angenommen haben, um entsprechende Aufenthalte in München zu genehmigen – und das ausgerechnet in einer Zeit, in der es einschneidende Debatten um die Themen Migration und Asyl gibt.

Die Tatverdächtigen sollen zur weiteren Befragung mitgenommen worden sein. Im Anschluss sind dem Vernehmen nach die übrigen Mitarbeiter der Behörde in einer internen Gesprächsrunde über die Vorfälle informiert worden. Bemerkenswert: Dem Polizeieinsatz soll nach Informationen unserer Zeitung eine Anzeige vorausgegangen sein – vom KVR selbst. Wie es heißt, seien Unregelmäßigkeiten bemerkt worden.

Das Kreisverwaltungsreferat wurde 1949 eingerichtet und hat knapp 3800 Beschäftigte. Kreisverwaltungsreferentin ist seit Juli 2022 Hanna Sammüller-Gradl (Grüne).
SKA

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