Frankfurt – Die Angst vor einer weltweiten Rezession durch Zölle und Gegenzölle hat am Freitag zu einem Kurssturz an den Börsen geführt. Besonders heftig reagierte der deutsche Aktienindex Dax auf die Ankündigung Chinas, künftig alle US-Produkte mit 34 Prozent Zoll zu belegen. Der Index verlor binnen Minuten 1000 Punkte – mehr als fünf Prozent – an Wert, bevor er sich wieder etwas stabilisierte.
Im Dax sind die größten deutschen Konzerne gelistet, die fast alle stark vom Export und damit von einem funktionierenden Welthandel abhängen. Doch diesen sehen viele Ökonomen durch die verhängten US-Zölle akut in Gefahr. Dass China so umgehend und massiv darauf reagierte, hat an den Börsen für panikartigen Verkaufsdruck gesorgt. Auch der Preis für Rohöl rauschte auf den tiefsten Stand seit dem Corona-Jahr 2021. Hintergrund auch hier: die Sorge vor einem globalen Konjunktureinbruch.
Die 34 Prozent Zoll auf US-Waren werden zusätzlich zu den bestehenden Zöllen erhoben, erklärte das Finanzministerium in Peking. Zudem wurde eine schwarze Liste von elf US-Unternehmen erstellt, welche es diesen de facto unmöglich macht, Handel mit China oder chinesischen Unternehmen zu betreiben. Außerdem rief die chinesische Regierung mit sofortiger Wirkung Ausfuhrkontrollen für mehrere seltene Erden in die USA aus. Vor allem die US-Tech-Industrie ist auf solche Rohstoffe angewiesen. Aus diesem Grund verloren auch die Aktien dieser Unternehmen besonders stark. Apple zum Beispiel ist zum einen auf chinesische Rohstoffe, zum anderen auf die Fertigung seiner iPhones und sonstigen Produkte in China angewiesen, die nun mit hohen Zöllen belegt sind. » KOMMENTAR