Dessau-Roßlau – Wer einen neuen Ausweis oder Reisepass beantragt, muss ab 1. Mai ein digitales Passbild vorlegen. Die Dokumente würden damit noch sicherer vor Missbrauch oder Fälschungen, sagte die geschäftsführende Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) bei der Vorstellung der neuen Technik. „Das ist ein echter Fortschritt.“ Gleichzeitig werde der Verwaltungsaufwand verkürzt und das Verfahren vereinfacht. Neu sei zudem, dass Ausweise ab Mai auch per Post zugeschickt werden können. Für Bürger wird es also künftig nur noch einen Gang zum Amt geben.
Papier-Passbilder zur Beantragung von Personalausweis und Reisepass dürfen von den Behörden dann grundsätzlich nicht mehr angenommen werden – allerdings gilt bis zum 31. Juli eine Übergangsfrist, da noch nicht alle Ämter auf das neue Verfahren umgestellt haben. Für den Führerschein bleibt zudem auch die Papierform erlaubt.
Faeser hat das neue digitale Verfahren als „sehr sicher“ bezeichnet. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) habe die Cloud, auf die die digitalen Fotos hochgeladen werden, geprüft, betonte die SPD-Politikerin. Zum 1. Mai sollen demnach rund 3000 Bürgerämter deutschlandweit starten. Das sei rund die Hälfte der Bürgerämter, sagte Faeser. Bis August sollen auch die restlichen Geräte ausgeliefert werden.
Die Fotos können nach Angaben des Bundesinnenministeriums entweder direkt vor Ort in den Bürgerbüros aufgenommen oder von einem zertifizierten Fotostudio in eine verschlüsselte Cloud hochgeladen werden. Das System wird den Kommunen kostenfrei zur Verfügung gestellt, pro Lichtbild wird eine Gebühr in Höhe von sechs Euro fällig.