Alte Autos jährlich zum TÜV

von Redaktion

EU-Kommission plant neue Regeln – Doch EVP-Chef Weber bremst

Brüssel – Die EU-Kommission will eine jährliche Pflichtinspektion für Autos einführen, die älter als zehn Jahre sind. Der Vorschlag sei eine Maßnahme, die die Zahl der Verkehrsunfälle und der Unfallopfer senken könne, hieß es von der EU-Kommission. Sie rechnet damit, dass die Einführung jährlicher Prüfungen von Pkw und Kleintransportern zu einem Prozent weniger Verkehrstoten und Verletzten führe. Ältere Fahrzeuge seien pannenanfälliger und laut Studien häufiger in Unfälle verwickelt, so die Brüsseler Behörde weiter. Zudem hätten sie einen höheren Anteil an Fahrzeugen mit hohem Schadstoffausstoß.

Der Vorstoß stößt auf scharfen Widerstand – und dürfte im EU-Parlament wohl keine Mehrheit finden: „Wir stehen zur Verkehrssicherheit, aber der Kommissionsvorschlag für einen jährlichen TÜV für Autos von zehn Jahren oder älter geht zu weit“, kritisiert der Niederbayer Manfred Weber (EVP), Chef der größten Fraktion im EU-Parlament, und fragt: „Warum ein System verschärfen, das bereits funktioniert?“ Das deutsche System habe sich seit Langem bewährt. „Als EVP sorgen wir für weniger und nicht mehr Bürokratie“, stellte Weber klar. „Daher lehnen wir den Vorschlag in seiner jetzigen Form klar ab und werden ihn im parlamentarischen Verfahren verbessern.“

Auch Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) hält nichts von der Idee: „Durch solch eine Regelung würden vor allem Menschen belastet, die sich keine neueren Autos leisten können“, sagte Bernreiter unserer Zeitung. In Deutschland müssen Fahrzeuge in der Regel alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung, unabhängig davon, wie alt ein Fahrzeug ist. Für Neuwagen steht die erste Inspektion erst nach 36 Monaten an.
MIK

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