Zu viel Alkohol und Tabak

von Redaktion

Suchtbericht: Politik steuert nicht gegen

Hamm – Der neue Suchtbericht der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) stellt Deutschland ein schlechtes Zeugnis aus. Millionen Menschen seien suchtkrank. Der Bericht geht von 99 000 Todesfällen durch Rauchen und 47 500 Toten durch Alkohol aus. „Deutschland hat ein Alkoholproblem“, sagt Suchtforscher Jakob Manthey. Mehr als ein Fünftel der Bevölkerung konsumiere Alkohol in riskantem bis suchtkrankem Ausmaß. Alkohol sei einfach zu erwerben, die Preise seien in den letzten 20 Jahren deutlich weniger stark gestiegen als für Nahrungsmittel. Alkohol sei in keinem anderen europäischen Land so erschwinglich. Die ökonomischen Folgekosten beziffert die DHS auf rund 57 Milliarden Euro jährlich. Geschäftsführerin Christina Rummel kritisiert, es gebe Gegenmaßnahmen, die aber nicht angepackt würden. So müsse die Verbrauchsteuer steigen. Die Bierpreise seien zu niedrig. Auf Wein werde überhaupt keine Verbrauchsteuer erhoben. Der Staat lasse sich damit auch Steuern in Milliardenhöhe entgehen. Auch Tabak ist ein Problem. Mehr als 30 Prozent der Erwachsenen rauchten laut Bericht 2024. Die volkswirtschaftlichen Folgekosten: 97 Milliarden Euro pro Jahr. Herkömmliche Zigaretten seien eher „old school“ bei jungen Leuten, Sorgen bereiten Nikotinprodukte wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer. »BLICKPUNKT

Artikel 4 von 11