Madrid/Lissabon – In ganz Spanien, Portugal und Teilen Südfrankreichs hat es am Montag für viele Stunden einen massiven Stromausfall gegeben. Viele Millionen Menschen waren betroffen. In Spanien legte der Stromausfall den Bahnverkehr komplett lahm: An allen Bahnhöfen im Land blieben die Züge stehen und fuhren nicht ab.
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez berief eine Krisensitzung in Madrid ein. „Wir erleben kritische Stunden“, sagte er. Er bat, nur in Notsituationen mit dem Handy zu telefonieren. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, an Ort und Stelle zu bleiben, um ein Verkehrschaos zu vermeiden. In den Straßen der spanischen Hauptstadt herrschte nach Aussagen eines Reporters unserer Zeitung Chaos. Die Straßen waren verstopft, überall waren Einsatzwägen mit Blaulicht im Einsatz. Er berichtete von Hamsterkäufen.
Die spanische Zeitung „El País“ schrieb, im ganzen Land sei der Betrieb der Infrastruktur und des Mobilfunks sowie der Verkehr beeinträchtigt: Ampeln und Aufzüge an Bahnhöfen, in Flughäfen und in anderen Gebäuden seien ausgefallen. Die Reaktoren der drei in Betrieb befindlichen Atomkraftwerke im Land liefen im Notstrombetrieb. Dank des Einsatzes von Generatoren waren die Krankenhäuser allerdings nicht betroffen.
Nach Angaben von EU-Ratspräsident António Costa gibt es derzeit keinen Hinweis auf einen Cyberangriff als Ursache. Am frühen Abend sei die Versorgung in Gebieten im Norden, Süden und Westen wieder gesichert worden, hieß es vonseiten der Betreiber. Die komplette Wiederherstellung der Stromversorgung im spanischen Stromnetz könnte allerdings noch bis in die frühen Morgenstunden dauern.
MIK/MMÄ/DPA»WELTSPIEGEL