Kassenärzte-Chef fordert Gebühr für Praxisbesuche

von Redaktion

Berlin – Angesichts steigender Kosten im Gesundheitswesen flammt die Debatte über Extra-Gebühren für Patienten in Praxen und Kliniken wieder auf. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, forderte eine „Kontaktgebühr“ von drei oder vier Euro für Praxisbesuche. Von Patientenvertretern, Krankenkassen, der Opposition und der mitregierenden SPD kam umgehend scharfer Widerspruch. Das Gesundheitsministerium verwies auf erwartete Vorschläge einer Reformkommission.

Gassen sagte der „Bild“, statt einer früher einmal erhobenen Praxisgebühr könnte es künftig als Eigenbeteiligung bei Arztbesuchen eine Kontaktgebühr geben. „Sie könnte, wie zum Beispiel in Japan, bei drei oder vier Euro liegen und sollte von den Krankenkassen eingezogen werden.“ Ein Sprecher von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sagte, man könne mit Sicherheit davon ausgehen, dass über solche Vorschläge in der Kommission debattiert werde.

Forderungen nach neuen Gebühren, die auch die Zahl der Arztbesuche senken sollen, kommen bereits von mehreren Seiten. So schlug die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) eine „Kontaktgebühr bei jedem Arztkontakt“ vor.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, kritisierte jedoch: „Patienten und gesetzlich Krankenversicherte sind schon jetzt die Melkkühe der Nation.“ Er monierte, dass bei steigenden Einnahmen der Praxen „für gute oder schlechte Leistung das gleiche Geld bezahlt“ werde.

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