München kippt Tempo 30 am Ring

von Redaktion

Grenzwerte unterschritten: Luft an der Landshuter Allee „spürbar sauberer“

München – Die Autofahrer in München können an der Landshuter Allee bald wieder mehr Gas geben: Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) strich gestern die Tempo-30-Regelung dort. Grund: Der Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid (NO₂) wurde 2025 deutlich unterschritten. Reiter: „Die Luft an der Landshuter Allee ist spürbar sauberer geworden.“

Dem OB zufolge lag der Jahresmittelwert für NO₂ im vergangenen Jahr mit 38 Mikrogramm/Kubikmeter „klar“ unter dem Grenzwert von 40 Mikrogramm/Kubikmeter. Zudem soll es laut einer gutachterlichen Prognose auch bei Tempo 50 einen Jahresmittelwert von 35 Mikrogramm/Kubikmeter dort geben. „Damit sind die Voraussetzungen erfüllt, um Tempo 30 an der Landshuter Allee wieder aufzuheben und damit zu einer Verbesserung des Verkehrsflusses beizutragen“, sagte der Oberbürgermeister. Die Verwaltung soll die Geschwindigkeitsregelung nun „in den nächsten Tagen“ oder in „maximal wenigen Wochen“ aufheben. Die Beschränkung auf Tempo 30 galt seit Juni 2024 an dieser Stelle.

Für Reiter war die Regelung ein Erfolg: „Mit der streckenbezogenen Tempo 30-Maßnahme konnten wir verhindern, dass es zu einem pauschalen Fahrverbot für alle Diesel-Euro5-Fahrzeuge kommt. Davon wären in München rund 50 000 Fahrzeuge betroffen gewesen.“

Kritik kommt von den Grünen. Zwar habe man Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen immer kritisch gesehen, so Stadtrat Florian Schönemann. Doch „nun soll eine Maßnahme, die funktioniert, ersatzlos abgeschafft werden – ohne dass ein Vorschlag auf dem Tisch liegt, wie weiterhin für saubere Luft gesorgt werden kann“.TG

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