Die Baywa feuert ihren Chef

von Redaktion

„Einvernehmliche“ Trennung: Hiller legt Job mit sofortiger Wirkung nieder

München – Die hoch verschuldete Münchner Baywa trennt sich wegen interner Querelen von ihrem vor weniger als einem Jahr berufenen Vorstandschef Frank Hiller. Der Manager wird das Unternehmen „einvernehmlich“ zum 31. Juli verlassen, teilte der Aufsichtsrat mit. Hillers Amt endet jedoch mit sofortiger Wirkung. Als Grund nannte der Konzern „unterschiedliche Auffassungen über die mittel- bis langfristige Strategie“ des Unternehmens. Intern wirft man Hiller allerdings vor, keine Zukunftsvision für die Baywa gehabt zu haben.

Der Aufsichtsrat berief keinen Nachfolger, Hillers Aufgaben sollen unter den verbliebenen drei Vorständen aufgeteilt werden. Am Sanierungsplan, der die finanzielle Gesundung des Konzerns bis Ende 2028 vorsieht, soll sich nichts ändern: „Die eingeleitete Restrukturierung unseres Unternehmens verläuft nach Plan und wird weiter aktiv vorangetrieben“, sagte Aufsichtsratschef Gregor Scheller. Wichtigster Geschäftszweig der Baywa ist der Agrarhandel, das Unternehmen spielt im Süden Deutschlands eine wichtige Rolle für die Landwirte: Die Baywa kauft Getreideernten und andere Erzeugnisse und beliefert Bauern mit Saatgut, Dünger, Landmaschinen und anderem Bedarf.

Baywa-Hauptaktionäre sind die Bayerischen Raiffeisen-Beteiligungs-Aktiengesellschaft und die Raiffeisen Agrar Invest aus Österreich. Auch viele Landwirte halten Baywa-Aktien. Die „Frankfurter Allgemeine“ berichtete am Dienstag erstmals über den geplanten Rauswurf, die Aktie legte in den letzten Tagen trotz der Probleme dennoch zu. Allein am Freitag betrug das Plus knapp sechs Prozent.DPA/HÖSS»WIRTSCHAFT

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