Pensionskasse versenkt Millionen

von Redaktion

Große Verluste mit US-Immobilien – Auch Beamte und Abgeordnete betroffen

München – Die Bayerische Versorgungskammer (BVK) hat mit Investitionen in US-Immobilien 690 Millionen Euro verzockt. Die Kammer verwaltet die Altersvorsorge für 2,7 Millionen Freiberufler wie Ärzte und Apotheker, aber auch für Abgeordnete und Beamte im Freistaat. Weil Versicherten und Leistungsberechtigten durch die Verluste Geld entgeht, prüft eine auf Finanzen spezialisierte Münchner Kanzlei die Forderungen nach Schadensersatz. Die Kammer hatte Mitte Dezember allerdings Auswirkungen auf Versorgungszusagen ausgeschlossen: „Die Altersvorsorge unserer Versicherten ist sicher“, sagte BVK-Chef Axel Uttenreuther.

Auch in der Politik sind die BVK-Verluste ein Thema. Die Kammer ist die größte öffentlich-rechtliche Pensionskasse und unterliegt der Aufsicht des bayerischen Innenministeriums. Das Ministerium weist die Verantwortung für einzelne Investments der BVK jedoch von sich: Die Versorgungskammer sei „verpflichtet, die eingenommenen Beiträge rentierlich am Kapitalmarkt anzulegen“, antwortete es auf eine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Florian von Brunn. „Dabei ist sie von staatlichen Weisungen frei.“

„Die BVK und Innenminister Herrmann mauern nun schon seit Monaten“, kritisiert Florian von Brunn. Die Bayern-SPD fordert vom Innenministerium deshalb einen Bericht über die Vorgänge und über die Rolle von Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Sie will auch wissen, ob durch die im Zuge des „Vierten Modernisierungsgesetzes“ geplante Entbürokratisierung künftig Informationspflichten für die BVK wegfallen – und ob damit trotz der derzeitigen Probleme die Kontrolle gelockert wird. HÖSS»WIRTSCHAFT

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