München – Wegen Lohnerhöhungen könnte die Kaufkraft der Deutschen einer Prognose zufolge in diesem Jahr deutlich stärker steigen als 2025. Im Durchschnitt liege sie pro Kopf bei 31 193 Euro und damit um fünf Prozent oder 1466 Euro höher, teilte der Marktforscher NIQ mit. Diese Summe steht den Verbrauchern demnach für Konsumausgaben, Wohnen, Freizeit und Sparen zur Verfügung. Die reale Kaufkraftentwicklung werde jedoch durch eine moderate Inflation und Unsicherheiten in der Zollpolitik gebremst, so die Marktforscher. Das bedeutet: Ob den Menschen 2026 wirklich so viel mehr im Geldbeutel bleibt wie angekündigt, hängt auch davon ab, wie stark die Preise zulegen.
Regional zeigen sich laut der NIQ-Analyse große Unterschiede. Die Bayern verfügen laut Studie mit 33 666 Euro pro Kopf im Jahr über acht Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt. Die Plätze zwei und drei belegen unverändert Hamburg (33 019 Euro) und Baden-Württemberg (32 813). Schlusslicht bleibt Bremen mit einer Kaufkraft von 27 172 Euro pro Kopf. Von den zehn Landkreisen mit der höchsten Kaufkraft in Deutschland befinden sich übrigens sieben in Oberbayern, nämlich Starnberg, München Stadt, der Landkreis München, Ebersberg, Miesbach, Fürstenfeldbruck und Dachau.
Von den verfügbaren Einkommen müssen allerdings auch noch Ausgaben wie Mieten und Nebenkosten abgezogen werden. Auswertungen von Immobilienexperten zeigen regelmäßig, dass der Großraum München samt Speckgürtel mit Abstand das teuerste Pflaster in Deutschland ist, was die Ergebnisse von NIQ etwas relativiert. DPA/HÖSS