Trump will Grönland – ohne Gewalt

von Redaktion

Vorläufige Einigung in Davos erzielt: Keine Strafzölle gegen Europäer

Teilnehmer hören die Rede von US-Präsident Trump bei der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos. © Evan Vucci/dpa

Im Heli nach Davos: Trump lässt keine Zweifel an seinen Grönland-Plänen – ungeachtet dortiger Proteste. © afp/dpa

Davos – US-Präsident Donald Trump hat in seiner mit Spannung erwarteten Rede beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos vor allem seine isolationistische Politik angepriesen. Zum Schutz der Welt müsse Grönland – das Trump in seiner Rede dem Anschein nach zeitweise mit Island verwechselte – von den USA übernommen werden, behauptete der Republikaner erneut. Gewalt werde er dafür aber nicht anwenden, sagte er.

Am Abend kündigte Trump an, er habe mit der Nato eine vorläufige Einigung zu Grönland erzielt. Aus diesem Grund verzichte er auf die für den 1. Februar angekündigten Strafzölle, schrieb der US-Präsident in seinem Onlinedienst Truth Social nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Trump hatte acht europäischen Ländern mit Zusatzzöllen von zunächst zehn Prozent gedroht, darunter Deutschland.

An den europäischen Staaten hatte sich der US-Präsident zuvor an mehreren Stellen seiner langen Rede abgearbeitet. Europa entwickle sich nicht „in die richtige Richtung“, sagte er. Bestimmte Länder seien nicht wiedererkennbar, das meine er nicht im positiven Sinne, sondern „sehr negativ“, sagte Trump, der Bundeskanzler Friedrich Merz aber lobend erwähnte.

Deutschland generiere derzeit gut ein Fünftel weniger Strom als noch 2017, sagte Trump, doch das sei nicht die Schuld des CDU-Politikers. sondern der Vorgänger-Regierung. „Er löst das Problem. Er wird großartige Arbeit leisten“, so Trump. Den französischen Präsidenten Emmanuel Macron kritisierte der US-Präsident dagegen. Dass Macron am Vortag mit Sonnenbrille auf dem Davos-Podium gesprochen hatte, erwähnte der US-Präsident spöttisch.

Erneut zweifelte Trump weiterhin Sinn und Zweck der Nato an. „Das Problem“ mit dem Verteidigungsbündnis sei, „dass wir zu 100 Prozent für sie da sein werden, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie für uns da sein werden, wenn wir sie rufen“, sagte er und sprach von einem Szenario, in dem die USA „von dieser und jener Nation“ angegriffen und um Hilfe bitten würden. »KOMMENTAR/POLITIK

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