Pflegeheime in Bayern immer teurer

von Redaktion

Zuzahlung für Heimbewohner steigt binnen eines Jahres um 102 Euro pro Monat

München/Berlin – Erneut sind in Bayern die Kosten für Bewohner von Pflegeheimen deutlich gestiegen. Die Zahlungen aus eigener Tasche im ersten Aufenthaltsjahr lagen im landesweiten Schnitt bei 3196 Euro im Monat, wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen (Stand 1. Januar) ergab. Damit waren die Zuzahlungen monatlich um 102 Euro höher als noch zum 1. Juli 2025. Die Kosten steigen seit Jahren.

Bundesweit gibt es weiter große Unterschiede bei den Eigenanteilen. Im Ländervergleich am teuersten war die Pflege im ersten Jahr im Heim zum 1. Januar in Bremen mit durchschnittlich 3637 Euro im Monat und im Saarland mit 3601 Euro. Am niedrigsten war sie in Sachsen-Anhalt (2720 Euro) sowie in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen (2903). Bundesweit lag der Schnitt bei 3245 Euro, was einen Anstieg um 137 Euro zum 1. Juli und sogar um 261 Euro im Vergleich zum 1. Januar 2025 bedeutet. Bayern liegt also unter dem bundesweiten Mittel.

„Die neuen Daten bestätigen, dass wir endlich eine nachhaltige Finanz- und Strukturreform der Pflegeversicherung brauchen“, sagte die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU). Die Bundesregierung müsse Vorschläge für eine generationengerechte Finanzierung machen. „Notwendig ist ein ausgewogener Mix aus Beiträgen, Steuerzuschüssen und individuell leistbarer Eigenvorsorge.“ Zudem müsse die Ausgabenseite überprüft werden.

Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum Thema Pflege hatte ihre Arbeit im Dezember beendet. „Ich will aus meiner Sicht sagen: mit einem nicht befriedigenden Ergebnis“, kritisierte damals Kanzler Friedrich Merz. Es brauche bessere Vorschläge. »GELD & MARKT

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