MVV: Landräte schlagen Alarm

von Redaktion

Ausfall ganzer S-Bahn-Abschnitte befürchtet – Kritik an „Durchhalteparolen“

München – Der Münchner MVV warnt in drastischen Worten vor einem Kollaps des S-Bahn-Systems. Das Netz im Bahnknoten München befinde sich „in einem erbärmlichen und überlasteten Zustand“, heißt es in einem Positionspapier der Städte und Landkreise im MVV, das unserer Zeitung vorliegt. Von der Deutschen Bahn kämen nur „laufend neue Durchhalteparolen“, aber kaum Verbesserungen. Im Gegenteil: „Die nächste Eskalationsstufe ist bereits angekündigt: Einzelne Haltepunkte sollen nicht mehr angefahren werden“ – auf der S2 ist das schon so. „Damit rückt das Horrorszenario in greifbare Nähe, dass ganze Streckenabschnitte wegen Mängeln der Infrastruktur langfristig stillgelegt werden müssen.“

Neu ist, dass die Bürgermeister und Landräte, die das Papier unterzeichnet haben, sich nicht mehr mit der Aussicht auf eine 2. Stammstrecke vertrösten lassen wollen. Diese wird erst im Zeitraum 2035/37 fertig. „Doch so lange können Fahrgäste unmöglich warten.“

Die „Ertüchtigung“ und der Ausbau des S-Bahn-Netzes müssen „angesichts seines desolaten und überlasteten Zustands“ schon jetzt oberste Priorität haben, forderte Ebersbergs Landrat Robert Niedergesäß (CSU) als Sprecher der MVV-Landkreise. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) verwies auf den Bund: Nur wenn von dort mehr Geld auch für Regionalnetze komme, werde es besser.DW»BAYERN

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