München – Die Gewerkschaft Verdi hat in der laufenden Tarifrunde der Länder eine dreitägige Warnstreikrunde an allen sechs bayerischen Universitätskliniken gestartet. Ab heute soll es Arbeitsniederlegungen an den zwei Münchner Unikliniken sowie in Augsburg, Würzburg und Regensburg geben. Die Notfallversorgung bleibe jederzeit gewährleistet, versichert Verdi. Planbarere Eingriffe und Termine könnten jedoch verschoben werden. Die Gewerkschaft will mit den bundesweiten Arbeitsniederlegungen im Gesundheitswesen ihre Tarifforderung von sieben Prozent beziehungsweise mindestens 300 Euro mehr Gehalt für die 860 000 Beschäftigten untermauern.
„Die Beschäftigten in Universitätskliniken und anderen Gesundheitseinrichtungen sorgen unter schwierigen Bedingungen dafür, dass kranke Menschen rund um die Uhr gut versorgt werden. Das muss anerkannt werden, auch finanziell“, sagte Martin Schmalzbauer, Fachsekretär für Universitätsklinika in Bayern. Die Länder argumentieren, dass die Erfüllung der Gewerkschaftsforderungen bundesweit direkte Mehrkosten von vier Milliarden Euro verursachen würde. Bayern hat bereits angekündigt, dass die Übertragung des Tarifabschlusses auf die Beamten erst mit Verspätung erfolgt.
Als Nächstes könnte – wie berichtet – auch die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) Ziel eines Warnstreiks werden. Betroffen wären dann Fahrgäste von Bussen, Straßen- und U-Bahnen, nicht aber der S-Bahn. Hier steht allerdings noch kein Termin fest. „Sowohl bei den Kliniken als auch beim Nahverkehr erwarten wir im Raum München und Umland eine sehr hohe Streikbeteiligung“, sagte ein Verdi-Sprecher.