Brüssel – Nach dem Skandal um sexualisierte KI-Bilder von Elon Musks Chatbot Grok leitet die EU-Kommission ein Verfahren gegen den US-Konzern X ein. Die Brüsseler Behörde verdächtigt das Unternehmen des Tech-Milliardärs, die Risiken bei der Einführung seiner Künstlichen Intelligenz auf der Online-Plattform nicht richtig bewertet und reduziert zu haben.
X war in die Kritik geraten, weil Nutzer Grok auffordern konnten, gepostete Bilder zu sexualisieren. Immer wieder befahlen Menschen der KI etwa, Fotos zu manipulieren und Frauen in Bikinis zu kleiden. An Silvester entschuldigte sich Grok dafür, ein Bild von zwei Teenager-Mädchen „in sexualisierten Outfits“ erstellt und geteilt zu haben. Bei der Untersuchung geht es daher auch um Bilder, die als Kindesmissbrauch gelten könnten.
Nach der Deeskalation im Grönland-Konflikt nimmt die Brüsseler Behörde so das Risiko in Kauf, die US-Regierung von Donald Trump erneut zu verärgern. In Anbetracht der teilweise seit Jahren andauernden Ermittlungen – auch gegen X – halten Kritiker der EU gleichzeitig schon länger vor, ihre Digitalregeln nicht konsequent genug durchzusetzen. Erst Anfang Dezember hatte die EU gegen X eine Strafe von 120 Millionen Euro wegen Transparenzmängeln verhängt.