VdK: Patienten nicht für Arztbesuche bestrafen

von Redaktion

Berlin – Der Sozialverband VdK befürwortet eine bessere Orientierung bei Terminen bei Haus- und Fachärzten, warnt aber vor neuen Sanktionen für Patienten. „Wer Hilfe sucht, benötigt Hilfe, keine Strafe“, sagte Präsidentin Verena Bentele. „Die Ursache für zu viele Arztkontakte ist kein massenhaft praktiziertes Ärztehopping, sondern ein auf Gewinnmaximierung ausgerichtetes System, das schlecht koordiniert ist.“ Häufig würden Patienten von Praxis zu Praxis geschickt, bis sie eine Diagnose oder Behandlung erhielten.

Bentele sagte: „Wenn Patienten durchs System gelotst werden, fühlen sie sich sicherer, und die Fehlversorgung geht zurück.“ Dafür brauche es patientengerechte Ansprache, Hausbesuche, Zusammenarbeit zwischen den Heilberufen und praktische Koordination.

Die VdK-Präsidentin äußerte sich anlässlich eines Auftaktgesprächs von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) mit Branchenakteuren über eine Reform für schnellere Facharzttermine. Die schwarz-rote Koalition will ein verbindliches Primärarztsystem einführen, bei dem Patienten zuerst (primär) in eine Hausarztpraxis gehen, die sie bei Bedarf – und mit einem Termin in einem bestimmten, am besten kürzeren Zeitraum – an Fachärzte überweist.

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