München – Mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem tödlichen Brandanschlag auf ein jüdisches Altenheim in der Münchner Reichenbachstraße hat die Generalstaatsanwaltschaft einen Verdächtigen ermittelt. Nach Informationen unserer Zeitung soll der damals in München wohnhafte Berufskriminelle und Hitler-Fan Bernd V. hinter der Tat stecken, bei der am 13. Februar 1970 sieben Bewohner starben. Zuerst hatte der „Spiegel“ berichtet.
Die Tat gilt als der verheerendste Angriff auf in Deutschland lebende Juden seit dem Ende der NS-Herrschaft. Trotz intensiver Ermittlungen blieb sie unaufgeklärt. Vor einem Jahr meldete sich dann eine Zeugin bei der Generalstaatsanwaltschaft München und brachte die Ermittler auf die neue Spur. Demnach war ein naher Verwandter der Frau einst Mitglied in Bernd V.s Einbrecherbande. Am Abend des Anschlags hätten beide in ein Juweliergeschäft am Gärtnerplatz einbrechen wollen. Als das fehlschlug, habe V. begonnen, auf Juden zu schimpfen. Gegen 21 Uhr sei er in das Jüdische Gemeindezentrum eingedrungen, in dem das Altenheim untergebracht war, und habe auf jedem Stockwerk Öl-Benzin-Gemische angezündet.
Laut „Spiegel“ war Bernd V. glühender Anhänger des Nationalsozialismus und Antisemit. Er starb im Juni 2020.