Berlin – Vor dem CDU-Parteitag Mitte Februar machen Junge Union (JU) und Frauen-Union Druck beim Thema Wehrpflicht. Die Nachwuchsorganisation der Partei fordert eine Frist für die Einführung eines verpflichtenden Wehrdienstes. In einem entsprechenden Antrag, über den der „Focus“ berichtet, verlangt die JU eine Entscheidung, wenn Zielzahlen für den Aufwuchs der Streitkräfte durch Freiwillige 2026 nicht erreicht werden. In diesem Fall solle der Wehrdienst ab 1. Juli 2027 wieder zur Pflicht werden.
Die Frauen-Union spricht sich ihrerseits dafür aus, den neuen Wehrdienst-Fragebogen der Bundeswehr auszuweiten und auch Frauen zum Ausfüllen zu verpflichten. Das jüngst beschlossene Modell, das auf Freiwilligkeit beruht, müsse „umgehend weiterentwickelt“ werden, heißt es in einem Antrag. Bislang erhalten den Fragebogen alle, die 18 werden, aber nur Männer müssen reagieren, Frauen können freiwillig Auskunft geben.
Zudem soll der Bogen inhaltlich erweitert werden: Wer angibt, keinen Wehrdienst leisten zu wollen, sollte nach dem Willen der Frauen-Union künftig gefragt werden, ob stattdessen Interesse an einem Einsatz im sozialen Bereich – etwa in der Kinder- und Jugendhilfe oder Altenhilfe – oder im Zivil- und Katastrophenschutz besteht.