ADAC-Verkehrschef muss gehen

von Redaktion

Weil er höhere Spritpreise forderte: Enorme Protestwelle beim Automobilclub

München – Eine Austrittswelle nach einem Interview kostet den ADAC-Verkehrspräsidenten Gerhard Hillebrand (62) sein Amt. Er lege es nieder und übernehme damit die Verantwortung für den entstandenen Reputationsschaden, teilt der Verkehrsclub mit. Hintergrund sind rund 60 000 Kündigungen im Zusammenhang mit einem Interview Ende 2025 in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, in dem sich Hillebrand positiv über die CO2-Bepreisung geäußert hatte, die Benzin und Diesel teurer macht.

Konkret hatte Hillebrand gesagt: „Der ADAC hält die CO2-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Die Leute brauchen den Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen.“ Es sei aber richtig, sich dabei Zeit zu lassen und Preisspitzen zu verhindern, „zumal eine Preiserhöhung nur dann positiv wirkt, wenn auch ausreichend Möglichkeiten bestehen, diese mit alternativen Angeboten zu vermeiden“.

Dies führte laut ADAC „zu erheblichen Irritationen bei Mitgliedern sowie zahlreichen Beschwerden und Kündigungen“. Hillebrand bedauere, dass seine Äußerungen Mitglieder verunsichert und verärgert sowie Glaubwürdigkeit gekostet hätten. Es sei im Interesse des ADAC und seiner Glaubwürdigkeit richtig, persönliche Konsequenzen zu ziehen. Sein Verantwortungsbereich wird kommissarisch von Technikpräsident Karsten Schulze übernommen. Der ADAC hat 21 Millionen Mitglieder, einer der mächtigsten Vereine des Landes.

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