München/Augsburg – Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) schlägt den Verzicht auf Urlaub zur Belebung der Wirtschaft vor. Nachdem die vbw-Forderung, einen Feiertag zu streichen, im vergangenen Jahr keinen Erfolg hatte, nennt vbw-Chef Bertram Brossardt nun Alternativen. „Man kann einen Tag Urlaub streichen oder an die Tages- und Wochenarbeitszeit rangehen, wie es der Ministerpräsident mit seinem Vorstoß einer Stunde Mehrarbeit pro Woche berechtigterweise vorgeschlagen hat“, betonte er in der „Augsburger Allgemeinen“. Regierungschef Markus Söder (CSU) hatte vor einigen Tagen gesagt: „Eine Stunde Mehrarbeit in der Woche würde uns enorm viel Wirtschaftswachstum bringen und ist wirklich nicht zu viel verlangt.“
Im Gegensatz zur Streichung eines Feiertags sind Dinge wie ein Urlaubstag weniger oder eine Stunde Mehrarbeit pro Woche sehr viel komplizierter zu regeln. In der Regel wird das durch Tarifverträge bestimmt. Auch Brossardt sagte dies im Interview. Dass die Gewerkschaften als Verhandlungspartner eine solche Änderung in den Tarifverträgen einfach akzeptieren, ist unwahrscheinlich. Die IHK für München und Oberbayern bevorzugt deshalb andere Maßnahmen, um die Arbeitskraft im Land zu erhöhen: Die Anhebung des Rentenalters zum Beispiel, das Ende der Rente mit 63 oder die Abschaffung des Ehegattensplittings. „Das ist der große Ansatz und nur hier stecken die großen Hebel drin“, sagte IHK-Chef Manfred Gößl unserer Zeitung.DPA/HÖSS»WIRTSCHAFT