Morgen großer Lufthansa-Streik

von Redaktion

Piloten und Flugbegleiter legen bundesweit Arbeit nieder – Siko betroffen

Frankfurt/München – Nur einen Tag nach dem Streik im Öffentlichen Nahverkehr, der München heute voll treffen wird, steht morgen ein weiterer Arbeitskampf an – auch in der Landeshauptstadt. Passagiere der Lufthansa müssen mit Flugausfällen und Verspätungen rechnen. Grund sind gleichzeitige Maßnahmen der Piloten und Flugbegleiter über den ganzen Tag. Bestreikt werden sollen sämtliche Starts ab Deutschland. Auch Frachtflüge sind betroffen. Ein Konzernsprecher kündigte an: „Kunden werden in jedem Fall automatisch von uns benachrichtigt, sollte ihr Flug betroffen sein.“

Aufgerufen haben die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit für die Piloten und die Kabinengewerkschaft Ufo. Offiziell streiken die Piloten für höhere Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten. Hierzu liegt schon seit dem Herbst eine Urabstimmung der Mitglieder vor, die mit Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt haben.

Ufo will ohne Urabstimmung mit einem Warnstreik Verhandlungen zu Tarifverträgen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline erzwingen. Allein dort seien wegen der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht. Ufo will hier einen tariflichen Sozialplan. Laut einem Mitgliederrundschreiben würden Verhandlungen vom Management verweigert. Bei der Kerngesellschaft warte man bislang vergeblich auf Verhandlungen zum Manteltarifvertrag.

Der Streik stellt auch die Münchner Sicherheitskonferenz, die am Wochenende stattfindet und am Freitag offiziell beginnt, vor Probleme. Viele Teilnehmer wollen bereits am Donnerstag anreisen und müssen ihre Pläne nun möglicherweise ändern.

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