Berlin – Die Deutsche Bahn (DB) sieht sich einem groß angelegten Cyberangriff ausgesetzt – mit möglichen Auswirkungen auf die Buchungs- und Auskunftssysteme des Konzerns. „Das Ausmaß ist erheblich“, teilte das Unternehmen gestern Nachmittag mit. „Die aktuelle Attacke ist gezielt auf die DB gerichtet und ist in Wellen erfolgt.“ Ziel des Angriffs seien die IT-Systeme, die Abwehrmechanismen griffen jedoch. Kundendaten seien nicht entwendet worden, sagte ein Sprecher.
Woher der Angriff kam, ist offen. Die „Bild“ beruft sich auf eine interne Bahnquelle, wonach die Attacke aus Russland gekommen sein soll. Der Konzern kommentierte solche Gerüchte nicht.
Die Angriffe begannen am Dienstagmittag, wenig später kam es zu Beeinträchtigungen für die Kunden. Wer etwa über die Kanäle der Deutschen Bahn eine Fahrkarte buchen oder eine Verbindung suchen wollte, kam nicht weit. Anstelle der Fahrtinformationen kamen Fehleranzeigen. Betroffen waren sowohl die Buchungsapp „DB-Navigator“ als auch die Internetseite bahn.de.
Auch am Mittwoch kam es zeitweise zu Einschränkungen. Dass weitere Angriffswellen folgen könnten, schließt die Bahn nicht aus. Die wellenartigen Attacken sind auch der Grund dafür, warum das Wiederherstellen der Systeme so lange dauert.
Dem Konzern zufolge handelt es sich bei dem Cyberangriff um eine sogenannte DDoS-Attacke. Dabei schicken tausende gekaperte Computer oder Geräte gleichzeitig so viele Anfragen, dass sie eine Überlastung hervorrufen. Ziel solcher Angriffe ist es meist, Unternehmen oder Behörden zu erpressen, zu sabotieren oder politisch unter Druck zu setzen.