Berlin – Eine Impfung gegen Meningokokken wird ab sofort für Kinder im Alter von 12 bis 14 Jahren empfohlen. Ein entsprechender Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist gestern in Kraft getreten. Ziel ist einerseits der Schutz einer der Altersgruppen mit dem höchsten Erkrankungsrisiko, andererseits soll dadurch die Verbreitung der Erreger in der gesamten Bevölkerung nachhaltig verringert werden, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärt. Die Impfempfehlung betrifft die vier Untergruppen der Meningokokken A, C, W und Y.
Meningokokken sind Bakterien, die durch Tröpfchen etwa beim Husten oder Niesen übertragen werden. Sie können eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Die Erkrankungen sind laut RKI in Deutschland zwar „sehr selten, verlaufen jedoch meist sehr schwerwiegend“.
Die neue Vorgehensweise sorgt für Anpassungen der Empfehlungen für Kleinkinder: Bisher gehörte der Schutz vor Meningokokken der Untergruppe C zu den Standardimpfungen ab dem zweiten Lebensjahr. Der Stiko-Rat zu dieser Impfung, wie auch die empfohlene Nachholimpfung bis zum Alter von 18 Jahren, entfällt nun. Bestehen bleibt die Empfehlung, Säuglinge ab zwei Monaten gegen Meningokokken B zu schützen.